Dienstag, 8. Dezember 2015

Körnerkissen selbstgemacht - Weihnachtsmarathon 3/4

Hallihallo alle miteinander,

da haben wir auch schon wieder Dienstag. Dabei war doch gerade erst Dienstag, so gestern ungefähr. Warum rast die Zeit so vor Weihnachten? Als würde die Welt den Turbo einlegen: Gerade erst bin ich wieder zur S-Bahn gerannt. Ich verbringe gerade viel Zeit mit meinen selbstgemachten Weihnachtsgeschenken. Es wird genäht, und geklebt, und gefaltet und gestrickt und ... Ich habe viel zu tun. Aber es ist so schön, etwas mit seinen eigenen Händen zu tun. Überall liegen halbfertige Weihnachtsgeschenke herum, ein kreatives Chaos. So mag ich das.

Gestern habe ich wieder den ganzen Nachmittag mit einem leckeren Tee und toller Musik vor der Nähmaschine verbracht. Herausgekommen ist das hier:


So geht mein Weihnachtsmarathon heute mit einem Traubenkern-Lavendel-Kissen in die dritte Runde. Mister Fox und ein Knooking-Einsteiger-Set habe ich euch bereits gezeigt.
Ich bin noch immer so begeistert, wie einfach solche Kissen sind, dass hier mitlerweile drei weitere entstanden sind.


Ihr braucht:


  • drei Baumwollstoffe: ich habe einen naturbelassenen hellen Baumwollstoff benutzt und zwei bedruckte
  • Füllmaterial: Dazu eignen sich eigentlich alle Körner, die man so kaufen kann. Ich habe Traubenkerne aus deutscher Weinherstellung verwendet. Die sind eigentlich ein Abfallprodukt, denn wer will schon Kerne in seinem Wein haben. So haben sie noch eine Aufgabe bekommen. Wer keine Traubenkerne hat, der kann aber auch einfach Milchreis nehmen. Der fühlt sich auch toll an und den gibt's im Supermarkt.
  • eine Nähmaschine, passendes Nähgarn und Schneiderkreide
  • ein kleines Glas (ca. 0,1l)
  • ggf. Lavendel für den Duft. Ich habe welchen aus dem eigenen Garten genommen. Davon habe ich hier bereits berichtet.

Zunächst schneidet ihr euch die Stoffe zurecht. Für das Kissen benötigt ihr zwei Stoffrechtecke der Maße 30 x 16cm. Für den Kissenbezug braucht ihr ein Rechteck der Maße 32 x 16cm und ein weiteres der Maße 38 x 16cm.

Für meine Kissenbezüge habe ich besondere Stoffe gewählt: Da die Beschenkte dieses Jahr eine große Afrikareise unternommen hat, habe ich dem Kissen das Motto "Afrika" gegeben und danach die Stoffe ausgewählt:

  • der Stoff mit den Elefanten ist eine Bio-Stoff aus der Birch-Serengeti-Serie "The Herd Shroom". Gekauft habe ich in der Eulenmeisterei. Ich bin ganz begeistert von diesem Stoff. Er fühlt sich so weich an, knittert kaum und lässt sich einfach super vernähen. Das wird nicht mein letzter Stoff dieser Firma gewesen sein.
  • der gelb-blaue Stoff ist ein Stoff aus Afrika.Ich mag diese bunten, groß gemusterten Stoff sehr gerne. Bezogen habe ich den Stoff "Swedish Lion" über True Fabrics. Die unterstützen nicht nur die afrikanische Stoffindustrie, sondern auch weitere Hilfsprojekte.

So, jetzt aber ran an die Maschine. Das Körnerkissen


Für das Körnerkissen legt ihr die beiden gleichgroßen Stoffrechtecke rechts auf rechts aufeinander. Die schönen Seiten liegen also Innen. Steckt an einer der kurzen Seite eine Wendeöffnung von etwa 4-5cm. Jetzt könnt ihr einmal mit einer Nahtzugabe von 1cm komplett drumherum nähen, nur die Wendeöffnung auslassen. Ich habe alles mit einem Geradstich von 2,5 genäht. Hier seht ich nochmal meine Wendeöffnung.


Anschließend könnt ihr den Stoff durch die Wendeöffnung wenden und ringsherum (ausgenommen die Wendeöfnnung) einmal knappkantig absteppen. Bei mir seht ihr die Wendeöffnung an der rechten kurzen Seite.


Was sind das denn für merkwürdige Streifen? Damit sich die Füllung später besser im Kissen verteilt, nähen wir drei Kammern ein. Damit die Kammern gleichgroß werden, falten wir das Kissen zu einem kleinen Päckchen:


Das Päckchen bügeln wir jetzt einmal kräftig. Ich habe die entstandenen Linien noch mit Schneiderkreide nachgezogen. Das kann man aber auch lassen.


Und schon kann es an das befüllen gehen. Ich habe dazu Traubenkerne aus deutschen Weinbergen benutzt. Gekauft habe ich sie über Dawanda bei Tante Änni.


Ich habe mir dazu ein kleines Glas genommen und es immer randvoll mit Traubenkernen gemacht. So hat man immer die gleiche Menge Kerne, damit auch alle Kammern am Ende gleich voll sind.


Obendrauf seht ihr noch ein paar getrocknete Lavendelblüte. Die stammen aus meinem eigenen Garten. Das habe ich bereits hier erwähnt.


Füllt ein Glas voll Kerne durch die Wendeöffnung in den Beutel. Ich habe mir dazu noch schnell einen Trichter aus Papier gerollt. Damit ich nicht über die Kerne nähe, habe ich sie etwas kreativ vor der Nadel gesichert:


Jetzt könnt ihr die Naht einfach absteppen. Da sieht dann so aus:


Die anderen beiden Kammern befüllt ihr jeweils genauso. Bei der dritten Kammer müsst ihr einfach nur noch die Wendeöfnnung schließen. Fertig ist euer Körnerkissen.


Der Kissenbezug für das Körnerkissen

Zunächst bügeln wir eine kurze Kante der beiden Stoffrechtecke jeweils zweimal um und steppen diese knappkantig ab. Das habe ich hier links im Bild gemacht.


Jetzt legt ihr die beiden Stoffstücke mit den schönen Seiten nach Innen aufeinander. Die nicht abgesteppten kurzen Seiten müssen dabei aufeinander liegen. Ein Stoffstück müsste größer sein als das andere. Bei mir ist das der bunte afrikanische Stoff. Diesen klappt ihr einfach an der Stelle, wo der andere Stoff endet, wieder um in Richtung des Rechtecks. Nicht verwirren lassen, dass ein kleines Stück des Stoffes jetzt mit der schönen Seite zu sehen ist. Das ist ganz richtig so.

Hier seht ihr das Ganze nochmal gesteckt. Links seht ihr auch die Nadeln für das umgeschlagene Stoffstück. An dieser Stelle ist das Stoffpaket jetzt dreilagig.


Jetzt steppt ihr die obere, die rechte und die untere Kante mit einer Nahtzugabe von 1cm ab.


Anschließend schneidet ihr die Ecken ein bisschen zurück und versäubert die Stoffe mit einem engen Zickzackstich. Jetzt nur noch wenden und fertig ist der Bezug für das Körnerkissen.


Achtet beim Erwärmen bitte darauf, dass die Kissen nicht zu heiß werden, sonst werden die Körner darin geröstet, dass riecht dann nicht mehr so schön. Eine Minute in der Mikrowelle sollte völlig genügen. Man kann die Kissen natürlich genauso gut im Kühlschrank aufbewahren und für die kleinen Blessuren des Alltags verwenden.

Und weil heute Dienstag ist, schicke ich das Ganze noch zum Creadienstag, HoT, den Dienstagsdingen, zum Weihnachtszauber und endlich darf ich auch einmal etwas zu Ich näh Bio beitragen.

Viel Spass beim Nähen und Wärmen/Kühlen
Liebe Grüße
Pauline :)

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