Sonntag, 20. Juli 2014

Hochzeitskarten




Hochzeitskarten basteln und ein bisschen Erich Fried lesen



Hallihallo alle miteinander,

der Sommer ist ja immer auch Hochzeitszeit. Wir sind dieses Jahr auf zwei große Hochzeiten eingeladen. Die eine war schon, die andere kommt noch. Beide Brautpaare wünschen sie ganz standardmäßig Geld. Da war natürlich wieder die Frage groß, wie man das Geld verpackt. Da wir mit vier Paaren waren, die zusammen schenken wollten, habe ich eine große Herzform aus Pappe gebastelt, ganz viel buntes Herzchenkonfetti ausgestanzt und vier unterschiedliche Hochzeitskarten gebastelt, damit jedes Paar nochmal gesondert Platz hat, ein paar persönliche Worte an das Brautpaar zu richten.

Leider habe ich in all der Hektik vergessen, ein Foto von dem fertigen Geschenk zu machen, deshalb werde ich euch jetzt im weiteren nur die Hochzeitskarten im Detail vorstellen.



Die Vorlage für die Herzchenform habe ich von einer ganz wundertollen holländischen Homepage namens templatemaker.nl , auf der man sich selbst Vorlage für alle möglichen Kästchen selbst designen kann. Eine wirklich ganz tolle Seite.
Die Herzchenbox findet ihr Hier. Mich hat nur bei der Herzchenbox gestört, dass der Boden mit den Seitenteilen nicht wirklich verbunden ist, deshalb habe ich noch ein paar "Zähnchen" in die Vorlage mit eingebaut, um so Boden und Seitenteile miteinander zu verbinden. Sonst wäre das Herzchenkonfetti ja nicht in der Box geblieben.


Unten rechts im Bild sieht man ganz gut die "Zähnchen". Passt nur auf, dass ihr die Zähnchen auch an die Seite mit dem Boden macht und nicht an den Deckel. Für die Box habe ich übrigens Fotokarton genommen, der zwei unterschiedliche Seiten hat. Sieht dann nachher super schön aus, dass die Box innen eine andere Farbe hat als von außen. Beim Kleben in Fingerspinzengefühl gefragt. Es darf nicht zu wenig Kleber sein, sonst haftet der Fotokarton nicht, zu viel Kleben gibt nachher aber auch unschöne Abdrücke.

Jetzt gehts aber zu den Karten:


Die gelbe Wimpelkarte habe ich mit meinen selbst gebastelten Stempeln aus Korken und Moosgummi gestempelt. Die Anleitung findet ihr Hier.
Geht ganz fix! Danach noch etwas auf die Karte schreiben und mit ein paar Schleifen die Wimpel miteinander verbinden und schon ist die Karte fertig. Unten drunter seht ihr übrigens auch mein Herzchenkonfetti.











Die rote Karte habe ich ganz standardmäßig nur mit den Namen des Brautpaares versehen. Unten noch ein Herz ausgestanzt und mit einem weißen Fineliner ein bisschen verziert. Das wars schon.















Mein Freund hat die blaue Karte liebevoll "Die Schuppenherzkarte" getauft. Die Idee zu dieser Karte habe ich von Hier. Eine wirklich schöne Idee.
Statt Locherkonfetti habe ich ausgestanzte Herzen genommen und so mit doppelseitigen Klebeband zwei in sich verschränkte Herzen gebastelt.
Bei dieser Karte muss ich immer wieder an ein Liebesgedicht von Johann Wolfgang von Goethe denken: Ginko Biloba. Goethe haben die Blätter des Ginko-Baumes an ein sich küssendes Liebespaar erinnert. Echt süß und ein wirklich schönes Gedicht. Würde sich bestimmt auch gut in der Karte machen.








Meine letzte Karte ist das absolute Highlight:

 

Ist allerdings nicht von mir, sondern von Sarahs Blog Rotkehlchen. Nicht nur ein super schöner Blog, auch eine wirklich ganz tolle Idee für eine Hochzeitskarte. Die Anleitung findet ihr Hier. Die musste ich einfach sofort umsetzen. Ist bei mir nur alles etwas bunter geworden. Wie man es halt mag!

Erich Fried für die Hochzeit

Sind die Karten gebastelt, hat man immernoch die "Qual der Wortwahl" in der Karte. Selbstgedichtet finde ich ganz schrecklich, aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich als Germanistin schon zuviele gute Gedichte gelesen habe. Wenn man Goethe liest, sind die Ansprüche hoch!
Ich bediene mich immer gerne eines kleinen Spruchs oder Gedichts und mein absoluter Held für Karten ist da Erich Fried. Deutsche Gedichte, kein Kitsch, auch beim zweiten Lesen nie langweilig, immer ein bisschen politisch und schön kurz. "Es ist was es ist" kennt ja irgendwie jeder, aber er hat wirklich noch ganz viele andere tolle Gedichte verfasst. Passen also in jede Karte und eigentlich ist auch für jeden was dabei.
Unter das Gedicht muss man dann auch wirklich nicht mehr viel schreiben. Stehen Gedichte doch meistens für sich selbst. Oder man knüpft eben an das Gedicht an.

Noch eine kleine Anekdote zum Schluss.
Uns ist etwas ganz schrecklich witziges beim Beschreiben der Karte passiert. Wir haben falsch herum in die Karte geschrieben. Erst wollten wir die Karte wegschmeißen und neu basteln, aber dann fanden wir die persönliche Note doch eigentlich ganz witzig. Richtig herum haben wir dann noch eben hinzugefügt: "Wir stehen Kopf. Bitte wenden!" und schon hatte sich die Sache erledigt.

Apropo persönliche Note: Habt ihr auch schonmal selbst Karten für eine Hochzeit gebastelt? Ich habe ziemlich lange mit mir gehadert, ob ich da überhaupt selbst basteln darf oder ob das nicht so festlich ist, dass man da lieber eine kaufen sollte. Auf der anderen Seite sind selbstgebastelt Karten immer viel persönlicher. Hmmm... eine schwierige Frage. Was sagt ihr denn dazu?

1 Kommentar:

  1. Oh wie schön :) Freut mich, dass du die Karte gebastelt hast und die Idee mit dem blauen Herz über den Händen finde ich klasse!
    Liebe Grüße :)

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